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Wirsing gefüllt mit Kartoffelcreme

28.09.2007 vonFranz

Jawohl, jetzt will ich Sie mal verkohlen!
Aber glauben Sie mir: Besseres kann Ihnen kaum passieren, jedenfalls nicht, wenn Sie Liebhaber von Hausmannskost sind.
Gefüllter Wirsing mit Kartoffelcreme” steht auf dem Speiseplan, denn von den Kohlrouladen war noch einiges übrig, vom Wirsingkopf  und vom Kartoffelpüree. Zwei oder drei Tage später entsteht daraus mit den gleichen Zutaten und ein paar zusätzlichen Dingen ein völlig anderes, neues Gericht – diesmal nicht heftig aber trotzdem deftig, dabei leicht und besonders delikat.
Und wenn man ein paar Zutaten variiert, wird eine vegetarische Leckerei daraus.

==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Wirsing gefüllt mit Kartoffelcreme
Kategorien: Eintopf Hausman
Menge: 4 Personen

1            Beinscheibe vom Rind
1            Zwiebel
Olivenöl
Salz
1            Lorbeerblatt
1            Möhre
1     Stück  Sellerie
1/2            Lauchstange
1  Handvoll  Blattspinat
1  Handvoll  Petersilie
1            Ei
400     Gramm  Kartoffelpüree vom Vortag; ca.
Salz, Pfeffer
Muskat
Chili
1      Teel. Steinpilzpulver
1     Stich  Butter
10-12      groß. Wirsingblätter
100        ml  Sahne
2      Essl. Petersilie, feingehackt
2            Knoblauchzehen

============================== QUELLE ==============================
– Erfasst *RK* 28.09.2007 von
– Franz Schumacher

Die Beinscheibe in Olivenöl mit der Zwiebel kräftig anbraten. Etwa 1,5 l kaltes Wasser angießen, Lorbeerblatt und 1/2 TL Salz zufügen und auf kleiner Flamme etwa 1,5 Std. ohne Deckel sanft köcheln lassen, gelegentlich abschäumen.

Bei den Wirsingblättern die dicken Mittelrippen flach schneiden und die Blätter dann in stark gesalzenem Wasser kurz blanchieren, kalt abschrecken, trockentupfen. Zwei Wirsingblätter in kleine Stücke schneiden. Spinat verlesen, ebenfalls blanchieren, kalt abschrecken, ausdrücken, fein hacken.

Geputztes Gemüse (Möhre, Sellerie, Lauch – oder was sonst im Haus ist) in der Brühe mitkochen, aber noch bissfest wieder herausnehmen und in kleine Stücke schneiden. Die gare Beinscheibe in Würfel schneiden, alles Fettige und Knorpel entfernen.

Gemüse- und Wirsingstücke, Spinat und Fleischwürfel mit gehackter Petersilie, 1 verschlagenen Ei, 1 Stückchen Butter, 1-2 EL Kartoffelpüree, Salz, Pfeffer, Muskat, Chili und den zerstoßenen Steinpilzen zu einem Teig vermischen.

Eine Halbkugelförmige Schüssel zunächst mit einem dünnen Küchentuch und dann mit den Wirsingblättern auslagen, so, dass sie über den Rand hinausragen. Die Gemüsemischung einfüllen und die Kohlblätter darüberklappen. Alles in das Küchentuch packen und in einem Siebeinsatz über der Brühe 20 bis 25 min. dünsten.

Den gedünsteten Wirsing warmstellen. Das Mark aus dem Beinscheibenknochen kratzen und mit dem Kartoffelpüree in der Brühe auflösen, 2 Knoblauchzehen hineindrücken und mit 100 ml Sahne aufrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Kartoffelcreme in einen tiefen Teller füllen, ein Viertel des Wirsings einsetzen und mit Petersilie bestreut servieren.

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Die Beinscheibe wird vor dem Kochen kräftig angebraten. Das gibt der Brühe ein besonders schönes, volles Aroma. Das kann man übrigens mit den meisten Sorten Kochfleisch so machen.
Für eine Hühnerbrühe ist das Anbraten von Karkasse, Haut und Flügeln schon fast ein Muss. Aber das ist ein anders Thema, das hier später in einem eigenen Beitrag besprochen werden soll.


Wer mehr als vier Esser am Tisch sitzen hat, nimmt eine größere Schüssel und kocht für sechs. Noch größer sollte man die Kohlkugel nicht machen, denn sonst werden die einzelnen Segmente zu schmal. Natürlich kann man auch kleine Kugeln z.B. in Suppenkellen oder Tassen formen, da bekommt dann jeder zwei oder drei davon auf den Teller.


Etwas vorsichtigere Naturen beginnen mit 1/2 oder 1 Knoblauchzehe in der Kartoffelcreme. Den Knoblauch könnte man auch in feine Blättchen hobeln und anrösten.

Wer die Beinscheibe weglässt, eine Gemüsebrühe kocht und ein paar angebratene Pilze in den Gemüseteig mischt, erhält ein tolles vegetarisches Gericht.

Nicht einfach – aber köstlich!

27.09.2007 vonFranz

recipe in English



Pünktlich zum 15th Apple Day ist hier mein Beitrag zum Event:
Apfel-Mandel-Pudding mit Calvados, Karamelsauce und Rosmarinkrokant

Nicht einfach – aber köstlich? – Die Mandeln können beim Rösten anbrennen, der Karamell zischt beim Ablöschen teuflisch, die Äpfel können matschig werden und und und. Man bereitet dieses Dessert nicht mal eben nebenbei zu.
Aber man kann es vorbereiten, es macht “viel her”, scheckt umwerfend köstlich und ist krönender Abschluss für ein festliches Menü. Zum Beispiel zur Hochzeitsfeier unseres Sohnes, da habe ich es vor ein paar Tagen so serviert

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Apfel-Mandel-Pudding mit Calvados
Kategorien: Dessert
Menge: 12 Portionen

Zutaten:
Mandelpudding:
200 Gramm Gehäutete Mandeln
500 Gramm Schlagsahne
250 ml Milch
50 Gramm Zucker
5 Blätter Weiße Gelatine
2-3 Essl. Ahornsirup
Apfelsülze:
6 Blätter Weiße Gelatine
1 Vanilleschote
200 ml Cidre
50 ml Apfelsaft
1 klein. Zimtstange
60 Gramm Zucker
500 Gramm Äpfel
2-3 Essl. Calvados

Quelle:
essen & trinken 9/2000
– Erfasst *RK* 26.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Mandeln in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten, abkühlen lassen und im Cutter fein zerhacken. Dann mit der Milch, der Sahne und dem Zucker aufkochen und mindestens 2 Std. ziehen lassen. Die Mandelmilch durch ein sehr feines Sieb abgießen. Gelatine in kaltem
Wasser einweichen, ausdrücken und in etwas warmer Mandelmilch auflösen, dann mit dem Ahornsirup in die Mandelmilch gießen und gut verrühren. Eine Terrinenform von etwa 1,2 l Inhalt mit Frischhaltefolie auslegen, dabei etwa 10 cm an jeder Seite überstehen lassen. Mandelmilch einfüllen und kalt stellen bis der Pudding erstarrt ist.

Für die Apfelsülze den Cidre, Apfelsaft, Zimtstange, Vanillemark und Zucker aufkochen. Die Äpfel schälen und in kleine Stückchen schneiden. Im Cidresud etwa 10 min. leicht kochen, damit sie weich werden, aber nicht zerfallen. Leicht abkühlen lassen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen, leicht ausdrücken und in etwas Apfelflüssigkeit auflösen, mit dem Calvados zu den Äpfeln geben und vorsichtig unterrühren. Wenn die abkühlende Apfelmischung zu gelieren beginnt, auf die Mandelpuddingschicht in die Terrine verteilen und mit der Flüssigkeit aufgießen. Über Nacht im Kühlschrank gelieren lassen.

Zum Servieren die Terrine auf ein Brett stürzen und an den Seiten an der Folie ziehen, damit sich die Terrine aus der Form löst. Dann in Scheiben schneiden und mit Karamellsauce und Rosmarinkrokant servieren.

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Die Apfelschicht darf erst eingefüllt werden, wenn der Mandelpudding fest ist. Die Äpfel sollten auch nicht mehr heiß sein.

Damit man die Terrine aus der Form lösen kann, zieht man an der überstehenden Folie und zieht auch die Seiten etwas nach innen, damit Luft zwischen Folie und Rand gelangen kann.


Mit den angegebenen Gelatinemengen wird die Terrine gut fest und lässt sich schneiden und bewegen, ohne dass sie bricht.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Karamelsauce
Kategorien: Dessert
Menge: 12 Portionen

Zutaten:
2 Vanilleschoten
80 Gramm Zucker
250 ml Milch
250 ml Schlagsahne
6 Eigelb (M)

Quelle:
essen & trinken 9/2000
– Erfasst *RK* 26.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Zucker in einem Topf hellbraun karamelisieren lassen und mit Milch und Sahne ablöschen. Vanilleschoten und herausgekratztes Mark zugeben und etwa 10 min. leicht kochen, bis der Karamel sich wieder aufgelöst hat. Eigelbe cremig schlagen und mit dem Schneebesen in
die nicht mehr heiße Karamelmilch rühren. Auf kleiner Flamme (oder über einem heißen Wasserbad) ständig rühren, bis eine dicklich cremige Sauce entstanden ist. Durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen.

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Wenn man die Sauce mit dem Schneebesen schlägt, nimmt sie viele Luftbläschen auf und wird schaumig locker. Rührt man mit dem Holzspatel, wird die Sauce cremig und schwerer.
Auf jeden Fall gehört noch Krokant darübergestreut.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Rosmarin-Krokant
Kategorien: Dessert
Menge: 12 Portionen

Zutaten:
50 Gramm Zucker
50 Gramm Mandelblätter
2 Teel. Feingehackte Rosmarinnadeln

Quelle:
Rolf Zacherl
– Erfasst *RK* 26.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Mandelblätter in einer trockenen Pfanne hellbraun rösten, herausnehmen. Zucker ohne Rühren schmelzen und hellbraun karamelisieren lassen. Mandelblätter und Rosmarin zugeben und mit
einem Holzspatel verrühren. Die Masse auf ein Blech mit Backpapier verteilen, abkühlen lassen, in einen Gefrierbeutel stecken und mit dem Nudelholz grob zerkleinern.

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Wem das nicht reicht, gibt noch einen Schlag Sahne dazu. Aber dann ist wirklich Schluss!

Mousse für Mousse ein Hochgenuss

26.09.2007 vonFranz

Ein Mousse kommt selten allein – jedenfalls wenn man Glück hat.
Viel Glück hatten die Gäste einer Feier in unserer Familie. Weil sie wirklich nicht viel Mühe machen und gut vorzubereiten sind, gab’s ein helles Mousse “Bayerischcreme klassisch mit roter Beerensauce” und ein dunkles “Mousse au chocolat mit Orangen” zur Wahl, wobei mancher nicht wählen wollte und lieber beides genoss. Also, immer ein bisschen mehr anrühren …



========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Bayerischcreme mit roter Beerensauce
Kategorien: Dessert
Menge: 8 Portionen

Zutaten:
Bayerischcreme:
6 Blätter Klare Gelatine
500 ml Milch
2 Vanillestangen
6 Eidotter
100 Gramm Zucker
500 ml Schlagsahne
Beerensauce:
300 Gramm Himbeeren (Frischware oder TK)
300 Gramm Gemischte Beeren (Frischware oder TK)
75 Gramm Zucker
Etwas Zitronensaft

Quelle:
frei nach: Andreas Geitl “Feine bayerische Küche”
– Erfasst *RK* 26.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Milch mit dem Mark der Vanillestangen aufkochen. Eidotter mit Zucker schaumig rühren. Sahne steif schlagen.

Die heiße Milch langsam unter Rühren in die Eiercreme eingießen. Auf kleiner Flamme (oder über dem heißen Wasserbad) so lange rühren, bis die Masse deutlich dicker wird. Gelatine ausdrücken, in etwas heißer Milch auflösen und unter die heiße Creme rühren, dann Creme in Eiswasser kalt rühren. Sobald die Gelatine anzieht, die geschlagene Sahne unter die Creme heben. Über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.

Für die Beerensauce die Himbeeren mit Zitronensaft und Zucker aufkochen und durch ein feines Sieb rühren, um die Kerne zu entfernen. Kalt werden lassen und dann die gemischten Beeren unterheben.

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Ein Klassiker. An Köstlichkeit kaum zu überbieten.

Der Bayerischcreme zur Seite steht ein weiterer Klassiker, ebenfalls nicht zu überbieten: Mousse au chocolat. Hier ebenfalls in einer klassischen Version nach einem Rezept von Jean Claude Bourgueil, dem Sternekoch aus Düsseldorf-Kaiserswerth. Ein besseres Rezept kenne ich nicht.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Mousse au chocolat
Kategorien: Dessert
Menge: 10-12 Portionen

Zutaten:
4 Eigelb
30 Gramm Zucker
4 Eiweiß
50 Gramm Zucker
1 Prise Salz
170 Gramm Dunkle Kuvertüre (Valhrona)
20 Gramm Butter
80 Gramm Geschlagene Sahne
6 cl Whisky

Quelle:
frei nach Jean Claude Bourgueil
– Erfasst *RK* 17.08.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Die klein geschnittene Kuvertüre mit der Butter gemeinsam bei etwa 50-60 Grad C im Ofen langsam schmelzen lassen, verrühren. Eigelb mit 30 g Zucker schaumig rühren, Whisky, geschmolzene Butter/Schokoladen-Mischung und geschlagene Sahne unterrühren. Eiweiß mit 50 g Zucker und einer Prise Salz schaumig rühren und vorsichtig unterheben, damit kein Volumen verloren geht. Für mindesten 3 Stunden (besser: über Nacht) kalt stellen. Zum Servieren Nocken abstechen.

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Dazu gab’s Orangenfilets, kandierte Orangenzesten, Orangenhippen, eine Sauce aus Orangensaft, Zitronensaft und etwas Sahne, aufgekocht mit ein paar Kardamomsamen, Cointreau, etwas Zucker und wenig Kartoffelstärke. Außerdem noch ein Klacks Grand-Marnier-Sahne.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Grand-Marnier-Sahne
Kategorien: Dessert
Menge: 8 Portionen

Zutaten:
200 ml Sahne
1 Teel. Zucker
6 Essl. Grand Marnier
Kandierte Orangenzesten

Quelle:
– Erfasst *RK* 26.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Sahne mit Zucker halbsteif schlagen, dann unter weiterem Schlagen Grand Marnier zufügen, mit kandierten Zesten dekorieren.

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Alle Gäste waren sich übrigens einig: soviel Mousse muss sein.

Reichlich was zur Brust genommen,

21.09.2007 vonFranz


nämlich Petersilie, Rucola, Salbei und Basilikum. All diese wunderbaren Aromen werden mit weiteren Gewürzen und etwas Frischkäse in die Hähnchenbrüste gerollt und sorgen für saftiges Fleisch und wunderbaren Geschmack.
Petto di pollo ripieno sul letto di lenticchie – Gefüllte Hühnerbrust auf Linsen heißt das Ganze und ist wieder mal ein tolles italienisches Geflügelgericht. Hätte ich eigentlich auch zum Linsen-Koch-Event einreichen können …


==========  REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Gefüllte Hühnerbrust auf Linsen – Petto di pollo ripieno sul letto di lenticchie
Kategorien: Geflügel
Menge: 4-6 Personen

Zutaten:
Zutaten für die Hühnerbrust:
4            Ausgelöste Hähnchenbrüste
2-3    Tassen  Kräuter: Basilikum, Petersilie, Rucola,
– Salbei – was zur Hand ist
1            Knoblauchzehe
Eventuell etwas Chili
100     Gramm  Frischkäse
Salz
Pfeffer
Muskat
3      Essl. Olivenöl
2            Rosmarinzweige
4            Knoblauchzehen
1      Glas  Weißwein
Eventuell etwas Brühe
1     Prise  Zucker
1-2      Essl. Olivenöl
Zutaten für das Linsengemüse:
250     Gramm  RoteLinsen
100     Gramm  Kleine Nudeln
Salz
1     klein. Zwiebel
1-2            Knoblauchzehen
Kleine Tomaten
2      Essl. Olivenöl
Etwas  Brühe oder Tomatensaft
1  Spritzer  Balsamico
Pfeffer
1  Spritzer  Sojasauce
50        ml  Sahne
Petersilie

Quelle:
frei nach Martina Meuth und Bernd Neuner-
Duttenhofer
– Erfasst *RK* 21.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Die Hähnchenbrüste mit einem scharfen Messer von beiden Seiten einschneiden, sodass man sie zweimal auseinander klappen und zu einer großen Fläche ausbreiten kann. Das Fleisch an den dicken Stellen flach klopfen und mit Pfeffer und ein wenig Salz würzen. Die Kräuter von den Stielen zupfen und sehr fein hacken, mit ebenfalls gehacktem Knoblauch, Chili und dem Frischkäse mischen. Diese grüne Paste mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig würzen. Auf das Fleisch verstreichen. Jedes Stück aufrollen und zu einer Rolle wickeln. Mit Küchenzwirn verschnüren.

In heißem Olivenöl rundum anbraten, Knoblauchzehen und Rosmarin dazugeben, mit dem Wein ablöschen und jetzt zugedeckt auf kleinem Feuer etwa zehn Minuten sanft köcheln lassen. Den Bratenjus am Ende mit etwas Brühe ablösen, mit Zucker, Sojasauce abschmecken und mit
Sahne aufmixen.
Als Beilage passen dazu rote Linsen: sie werden in reichlich Salzwasser etwa 10 min. gar gekocht. In einem zweiten Topf die Zwiebel fein gewürfelt andünsten, den gehackten Knoblauch dazu, schließlich zwei gehäufte Esslöffel gekochte Linsen zufügen, genauso Brühe und Tomatensaft. Alles mit dem Mixstab glatt mixen, nochmals etwas Brühe oder Tomatensaft dazu, dass genügend Sauce entsteht, die restlichen Linsen zu umschließen. Auch die restlichen Linsen nunmehr zufügen und untermischen, erhitzen und mit Salz, Pfeffer und Balsamico abschmecken. Zum Schluss reichlich fein gehackte Petersilie unterrühren.

Die Hähnchenrollen mit einem scharfen Messer schräg in gut fingerbreite Scheiben aufschneiden.

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Anders als im Originalrezept habe ich rote Linsen genommen, noch ein paar vorgekochte kleine Nudeln untergemischt und alles etwas pikant säuerlich abgeschmeckt.

Ein kleiner Schuss Sojasauce bringt Volumen in den Geschmack der Geflügelsauce. Das funktioniert auch bei anderen Fleischsorten. Probieren Sie das auch mal bei einer kräftigen Fischsauce.

Die Rezepte von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer, die sich im WDR-Fernsehen alle 14 Tage kochend fetzen, sind immer delikat gewürzt und perfekt zum Nachkochen geeignet. Auch ihre Landschafts-Kochbücher sind ein Hochgenuss zum Schmökern.

Kohlrouladen ohne Schnickschnack

18.09.2007 vonFranz


Letzten gab’s im Fernsehen einen bigamistischen Fernfahrer, der zwischen seinen Familien in Deutschland und Schweden pendelte und dessen Leibgericht Kohlrouladen waren. Viel ist mir von diesem Film nicht mehr im Gedächtnis, außer der Absicht, mal wieder Kohlrouladen zu kochen. Heute war es endlich so weit.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Kohlrouladen
Kategorien: Schmorgerichte, Hausmannskost
Menge: 4 Portionen
Zutaten:
8 groß. Wirsingblätter
250 Gramm Rinderhackfleisch
1 Ei
2 Zwiebeln
1 Handvoll Petersilienblätter
Salz, Pfeffer
Muskat
Paprikapulver scharf
1 Teel. Senf
1 Altes Brötchen, in Milch eingeweicht
Pflanzenöl
600 ml Gemüsebrühe oder Fleischbrühe
2 Knoblauchzehen
1 Essl. Tomatenmark
1 Teel. Steinpilzpulver
1 Schuss Weißwein
100 ml Sahne
Chilipulver
1/2 Zitrone, den Saft
1/2 Teel. Zucker
1 Teel. Kartoffelmehl zum Binden

Quelle:
eigenes Rezept
– Erfasst *RK* 18.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Die dicken Mittelrippen in den Wirsingblättern flach schneiden. Blätter in stark gesalzenem Wasser 2-3 min. blanchieren, kalt abspülen. Abtropfen lassen.

Zwiebeln fein würfeln, die Hälfte in etwas Öl glasig dünsten. Petersilienblätter fein hacken und kurz mitdünsten. Beides etwas abkühlen lassen und zum Hackfleisch geben. Mit Ei, dem ausgedrückten Brötchen, Senf, Muskat, Salz und Pfeffer vermengen, je 1 EL der Mischung in ein Wirsingblatt einrollen.

Wirsingrollen von allen Seiten – auf der “Nahtseite” zuerst – in einer Pfanne mit Öl scharf anbraten, aber nicht verbrennen. Den Rest der Zwiebelwürfel und den feingewürfelten Knoblauch zugeben, mit Weißwein und Brühe ablöschen. Tomatenmark und Steinpilzpulver zugeben, Pfanne zudecken und 25 min. unter Wenden sanft schmoren lassen. Dann die Rouladen herausnehmen und warmstellen.

Pfanneninhalt mit Zitronensaft und Zucker leicht einkochen, Sahne zugeben, wieder leicht einkochen, pikant würzen mit Salz, Pfeffer und Chili und leicht binden mit in kaltem Wasser aufgelöster Kartoffelstärke.

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Geben Sie sich keine Mühe: die Rouladen bleiben nicht grün. Das Ergebnis ist aber unglaublich köstlich und kommt mit Kartoffelpüree auf den Tisch.

Nun ist die Sauce in meinem Rezept etwas anders als zum Beispiel die, die meine Mutter zu Kohlrouladen machte: bei ihr kamen Speckstreifchen in die Pfanne und gaben ihr Räucheraroma an die Sauce ab. Ich darf mir keinen Speck erlauben, da meine Frau kein Schweinefleisch isst. Deshalb greife ich in so einem Fall gern zu Steinpilzen. Das schmeckt dann natürlich anders, gibt der Sauce aber ein ähnlich typisches Aroma.

Und was ist mit dem Schnickschnack?
Der kommt nicht rein. Siehe oben.

Allerdings sollte man für den Schuss Wein einen guten, kräftigen Tropfen geöffnet haben. Den gibt es jetzt gut gekühlt zum Essen dazu. Wohlsein.


Mürbe gemacht und beinahe verzweifelt …

15.09.2007 vonFranz


Seit Tagen schleiche ich abends in der Küche herum … Jetzt weiß ich, was ich gesucht habe: Gebäck, Plätzchen, Naschkram!
Und zu den leckersten Plätzchen, die ich kenne, gehört Shortbread, ganz egal ob nur mit Butter, ob mit Kaffearoma oder als Schoko-bread, der leicht salzige Geschmack hat es mir angetan.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Shortbread fingers (3 Sorten)
Kategorien: Gebäck
Menge: 2-3 Bleche

Zutaten:
300 Gramm weiche Butter
150 Gramm Zucker
375 Gramm Weizenmehl (Typ 405)
125 Gramm Reismehl
1/2 Teel. Salz
1 Teel. Backpulver
1 Teel. Kristallzucker (nicht zu fein)
1 Beutel Vanillezucker
10 Gramm feinst gemahlener Kaffee
2 Essl. Kakao

Quelle:
frei nach Froidl/Hellermann, Heyne 1975
– Erfasst *RK* 15.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Die weiche Butter und den Zucker mit dem Handmixer so lange rühren, bis sie cremig und weiß ist.

Das Weizenmehl, Reismehl, Salz und Backpulver vermischen und auf eine Arbeitsfläche geben. Die Buttercreme mit den Fingern gleichmäßig in das Mehl rasch einarbeiten, nicht kneten.

Teigmenge dritteln. Das erste Drittel Teig mit einem Teelöffel grobem Zucker vermengen. Das zweite Teigdrittel mit dem Vanillezucker und dem fein gemahlenen Kaffee vemengen. Das dritte Teigdrittel mit dem Kakao vermischen. Darauf achten, dass keine Partikel der Teigsorten in die andere geraten. Teige zu Kugeln formen und in Klarsichtfolie eingeschlagen für 1 bis 2 Std. in den Kühlschrank legen.

Teigkugeln aus dem Kühlschrank nehmen und etwa 20 min. anwärmen lassen.
Teigkugeln nacheinander mit Hilfe von Brettchen zu rechteckigen Blöcken von 2-3 cm Höhe und 10-12 cm Breite formen. Mit einem sehr scharfen, dünnen Messer Scheiben von knapp 1 cm Dicke abschneiden. Die etwa 11 cm langen Streifen in der Mitte halbieren, sodass sich jeweils 2 “fingers” von etwa 2,5 x 5,5 cm daraus ergeben. Plätzchen mit wenig Abstand auf Backbleche mit Backpapier legen. Die einzelnen Plätzchen mehrfach mit einer dickeren Nadel oder dünnen Gabel einstechen.

Im vorgeheizten Ofen bei 150 Grad C mit Umluft etwa 25 min. ausbacken. Die hellen “natur”- Shortbreads dürfen kaum Farbe genommen haben.

Bleche aus dem Ofen nehmen und die Plätzchen auskühlen lassen, sie werden dann etwas fester.

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Fast schmelzen auf der Zunge müssen die buttrigen fingers dieses ur-schottischen Gebäcks. Mürber als ein Mürbeteig ist der Teig für Shortbread. Deshalb lässt sich der Teig nicht ausrollen, ohne dass er bricht. Das geht auch zwischen Folien nicht.


Bei der ersten Partie, den “Natur”-fingers, bin ich fast verzweifelt. Mühsam, mühsam habe ich ein paar Stückchen zusammengeschoben und geschnitten.


Bei der zweiten Teigkugel war ich schon schlauer und habe eine dickere Teigplatte grob zusammengedrückt. Und beim letzten, dem Schokoteig, hatte ich endlich begriffen und mit ein paar Brettchen das Problem gelöst.


Ich bin nicht sicher, ob man die Plätzchen unbedingt einstechen muss, schließlich blähen sie sich beim Backen kaum auf. Ich bin die Einstiche aber von den gekauften Shortbreads gewohnt, irgendwie gehören sie also dazu. Die Gabel zum Einstechen sollte schmale Zinken haben, oder man nimmt wie hier einen Kartoffelpikser.


Und jetzt geht’s ans Genießen. Aber aufgepasst: die buttrigen Finger machen mächtig was her …

Nachtrag:

Da ich Shortbread inzwischen recht häufig backe, habe ich mir angewöhnt, immer 2/3 der Teigmenge für 2 Bleche gleichzeitig herzustellen. Der Hinweis im Kommentar von Robert/Lamiacucina, den Teig vor dem Auskühlen gleich in eine Blockform zu bringen, ist übrigens einen Sonderbonus wert und spart viel Mühe und Zeit.

Am besten schmecken mir Haselnuss fingers, bei denen 200 g Haselnüsse, geröstet und grob gehackt in den Teig kommen.

Linsen-Bulgur-Plätzchen mit Ziegenfrischkäse

12.09.2007 vonFranz

recipe in English
Heute kommen die kleinen leckeren Linsentaler besonders elegant daher:
als Fingerfood für die Damen und Herren des Linsen-Koch-Events im Gärtnerblog.

Aus verschiedenen Rezepten von Puffern und Salaten zusammengestellt sind die Linsenpuffer mein Beitrag zum Event. Bulgur ist übrigens eine Art vorgekochte Grütze aus Hartweizen, ähnlich dem Couscous. Man bekommt ihn in jedem türkischen Lebensmittelgeschäft.


========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Linsen-Bulgur-Plätzchen mit Ziegenfrischkäse
Kategorien: Vegetarisch
Menge: 60-70 Stück

Zutaten:
140 Gramm Rote Linsen
150 ml Orangensaft
350 ml Wasser
2 Lorbeerblätter
90 Gramm Bulgur
80 ml Olivenöl
1 Zwiebel
1 Teel. Zucker
4 Eier
6-8 Pimentkörner, zerrieben
Chilipulver
2-3 Teel. Salz
Schwarzer Pfeffer
1 Essl. Mehl
Ziegenfrischkäse
Flüssiger Honig
Rote Chilischoten
Minzeblättchen

Quelle:
eigenes Rezept
– Erfasst *RK* 12.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Linsen mit Lorbeerblättern, Wasser und Orangensaft zum Kochen bringen und 15 min. sanft köcheln. Zwiebel fein würfeln und in Olivenöl mit 1 TL Zucker und 1 EL Wasser glasig dünsten.
Mit dem Bulgur unter die Linsen rühren und 1 1/2 Std. quellen lassen.

Eier mit dem Mehl verquirlen und unterrühren. Pikant würzen mit Pfeffer, Chili- und Pimentpulver. Die Masse teilen, die erste Hälfte gut salzen und Küchlein von jeweils 1 TL Teigmenge nebeneinander in einer Pfanne in heißem Olivenöl von beiden Seiten je ca. 2 min. braten. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Danach die zweite Teighälfte genauso verarbeiten.

Ziegenfrischkäse mit etwas Honig verrühren und auf die erkalteten Linsenplätzchen tupfen, mit Chiliwürfelchen und Minzeblättchen ausdekorieren.

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Salzen und verarbeiten Sie den Teig in zwei Partien nacheinander: sonst würde das Salz den Teig immer mehr verflüssigen.

Alle möglichen Cremes eignen sich als Topping. Besonders delikat finde ich die Kombination der Linsen mit Minze. Aber auch ein bisschen Curry kann in den Teig oder frisch gehackte Petersilie.

Wie man sieht habe ich ein bisschen experimentiert.

Eine Variante funktioniert mit braunen Linsen genauso. Daraus backt man größere Puffer aus je einem Esslöffel Teig. Das sind dann so etwa 30 Stück. Gewürzt wird dann mit Knoblauch, Kreuzkümmel und Koriander. Und viel frischgehackte Minze kommt in den Teig.

Sehr gut schmecken diese deftigen Linsenpuffer mit einer türkischen Joghurtsauce:
2 Knoblauchzehen in 250 g Joghurt quetschen, etwas Salz dazu, 2 EL feingeschnittenen Dill und eine kleine, feingewürfelte Salatgurke.


Spitze bei den Leibgerichten

11.09.2007 vonFranz


Ist nun Linsensuppe oder dieses Spitzkohlgericht mein liebster Suppen-Eintopf? – Da kann ich mich nun wirklich nicht festlegen.
Jedenfalls war mir heute so uselig und kalt, dass der wärmende Spitzkohl-Suppeneintopf mit Riesenbohnen und getrockneten Tomaten gerade recht kam.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Spitzkohl-Suppeneintopf mit Riesenbohnen
Kategorien: Eintopf, Vegetarisch
Menge: 6-8 Portionen

Zutaten:
150 Gramm Zwiebeln in groben Würfeln
4 Essl. Olivenöl
1/2 Essl. Kümmel
450 Gramm Möhren in 2 mm breiten Schrägstreifen
60 Gramm Getrocknete, eingelegte Tomaten in Stückchen
1 Geriebene Kartoffel
450 Gramm Gigantes (Riesenbohnen) aus der Dose, abgespült
1,7 Ltr. Gemüsebrühe
200 ml Sahne
1/2 Bund Glatte Petersilie
900 Gramm Spitzkohl in 4 cm große Stückchen geschnitten
Salz, Pfeffermühle

Quelle:
e&t 11/02 S. 54
– Erfasst *RK* 11.09.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Zwiebelwürfel mit Kümmel in dem Öl glasig schwitzen, Möhren zugeben, kurz dünsten, mit Gemüsebrühe und Sahne ablöschen, geriebene Kartoffel zugeben und alles bei mittlerer Hitze 10 min. kochen.

Die groberen Spitzkohlstücke, Tomatenstückchen und Bohnen zugeben, kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Feine Spitzkohlblättchen und kleingeschnittene Petersilie zugeben und sofort servieren.

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Spitzkohl ist so schnell gar, dass die dickeren Blattstückchen nur etwa 2 min., die zarten, grünen Blättchen jedoch höchstens 30 sec. mitkochen dürfen, denn ein bisschen “Knack” sollen sie noch haben.

Laden Sie nicht zu viele Esser zu Tisch …

Ratz, batz: Schmackofatz!

10.09.2007 vonFranz

Wer es nicht kennt: “Ratz, batz” heißt schnell und einfach, und ein “Schmackofatz” ist eine Leckerei. Womit dieses Gericht bei einfachkoestlich.com wohl an der rechten Stelle ist.
Farfalle mit Hähnchenfilet, Spitzkohlstreifen und Estragon steht in knapp 20 Minuten auf dem Tisch und ist, weil so lecker, manchmal noch schneller wieder verschwunden.


Bei 4 Portionen geht das so:
Ein Hähnchen(doppel)filet in kleine Stücke schneiden und 2 EL Kartoffelmehl einmassieren.
Butterschmalz und Butter in die Pfanne, ½ rote Zwiebel in feinen Streifen andünsten, Hähnchenwürfel dazugeben, ringsum auf mittlerer Hitze anbraten, mir etwas Weißwein, Hühnerbrühe und 100 ml Sahne ablöschen, mit Salz, Pfeffer, Chili und etwas Currypulver würzen, warmhalten

320 g Farfalle in reichlich gesalzenem Wasser bissfest kochen.
Kurz vor Ende der Kochzeit 6 in Streifchen geschnittene große Spitzkohlbätter (ohne Strunk) zu den Nudeln geben und max 20 sec. mitkochen. Etwa 400 ml vom Nudelwasser abschöpfen und zum Verdünnen aufbewahren, den Rest abschütten.

Hühnchen zum Nudel-Kohl-Gemisch geben, eine Handvoll kleingeschnittenen Estragon unterrühren, abschmecken und mit etwas Nudelwasser verdünnen. Mit frisch gemörsertem schwarzen Pfeffer bestreut servieren und hoffen, dass es für 4 Personen tatsächlich reicht.

High heels statt fetter Hax’n

09.09.2007 vonFranz


Alle 2 bis 3 Jahre packt es mich, dann geht’s in einen der Brauereigasthöfe hier in Düsseldorf und dort kommt Schweinshaxe auf den Tisch, mit kross gebratener Fettkruste, begleitet von Sauerkraut, Pürree und zig Gläsern Altbier. Und dann brauche ich wieder 2 bis 3 Erholungsjahre, und der Irrsinn kann von neuem losgehen.


Häufiger, weil zart und leicht, sollte man zu Lammhaxen greifen. Serviert mit einer Steinpilzsauce wird ein Hochgenuss daraus. Und wer es gern deftig mag, der kann dazu z.B. Möhren und Kartoffeln untereinander gekocht essen, so wie ich.

Die Lammhaxen werden mit Olivenöl im Bräter von allen Seiten angebraten.
Dann wird beherzt gewürzt: mit reichlich Salz, zerstoßenem schwarzen Pfeffer, einigen Zweigen Rosmarin, Salbeiblättern, 4 Knoblauchzehen und 1 TL Steinpilzpulver. Das sollte man im Cutter selbst aus getrockneten Steinpilzen mahlen. Abgelöscht wird mit 50 ml Weinbrand – keine Bange, der Alkohol verfliegt beim Schmoren.


Jetzt kommt der Bräter mit Deckel in den vorgeheizten Ofen: bei 150 Grad C, 45 min. lang. Dann müssen die Haxen gewendet werden, der Ofen wird auf 90 Grad C heruntergeschaltet und die Haxen ziehen noch etwa 2 Stunden langsam weiter, wobei nach halber Zeit nochmals gewendet wird.

Nun werden die Haxen in Alufolie gehüllt im Ofen weiter warmgehalten. Kräuter und Knoblauch werden aus dem Schmorsaft gesiebt. Mit einem weiteren TL Steinpilzpulver, 1 TL Honig, etwas Chilipulver, nochmals 50 ml Weinbrand (keine Panik, siehe oben) und 100 bis 150 ml Sahne wird nun ein göttliches Sößchen eingekocht. Davon braucht’s keine Riesenmenge, nur gehaltvoll soll sie sein – also bitte wirklich stark einkochen.


Inzwischen steht auch das Möhrengemüse “untereinander” bereit: eine kleine rote Zwiebel in einem Stich Butter angeschwitzt, etwa 800 g geputzte und grob gewürfelte Möhren dazu, mit Deckel kurz andünsten. ½ – 1 TL Zucker darübergeben und karamellisieren lassen. Gut salzen, pfeffern und mit ganz, ganz wenig Hühnerbrühe ablöschen, Deckel drauf, weichdünsten, ab und zu rühren. Parallel die halbe Menge, also 400 g, grobe Kartoffelwürfel in Salzwasser gar kochen, abschütten, zu den Möhren geben. Etwa 2 Hände voll glatte Petersilienblätter fein hacken und unter das Möhren-Kartoffelgemüse rühren, etwas Sahne angießen, damit das Gemüse cremig und nicht zu trocken wird, evtl. nachwürzen. Für vier Personen sollte die Menge reichen.

Tja, und dann sollte man nur noch genießen.

P.S.
Sehr gut schmecken auch weiße Bohnen zur Lammhaxe: mit Lorbeerblättern, Knoblauchzehen und Zwiebelwürfeln weichgekocht und schließlich in etwas Olivenöl mit Salbeiblättern und den zerdrückten Knoblauchzehen geschwenkt.

Ravioli aus der Dose?

07.09.2007 vonFranz

recipe in English


Manchmal weiß man nicht, was man kochen soll. Mein Tipp: einen Blick in den Tiefkühler werfen. Längst Vergessenes kommt zutage und mancher Rest, mit dem sich ein tolles, neues Gericht zaubern lässt.

Gestern fand ich eine Tiefkühldose (!) mit Hühnerleber-Pilz-Farce, die von einem Gästeessen übrig war. Ich wusste nicht mehr genau, wie ich die Farce gewürzt hatte, und als sie aufgetaut war, schmeckte sie pfefferig nach Hühnerleber, Portwein, Röstzwiebeln, und Steinpilz – wie geschaffen zum Füllen von Ravioli!


Der Teig war schnell geknetet: 300 g italienisches Hartweizenmehl, 3 kleine Eier, eine gute Prise Salz, 2 EL Olivenöl und so viel Wasser ( bei mir 4 bis 6 EL), dass in der Maschine in 10 min. ein fester Teig daraus wird. Die Menge hätte für 6 Personen gereicht. In Folie eingeschlagen ruht er dann 30 min. im Kühlschrank.

Dann wird der Teig mit der Nudelmaschine in dünne Bahnen gerollt. Mit viel griffigem Mehl auf der Arbeitsfläche ist das kein Problem. Nach 2x Stufe 4 fand ich den Teig dünn genug: man konnte schon durchgucken, er ließ sich aber noch einfach verarbeiten.

Mit einem Ausstecher, wie man sie in Italien auf jedem Markt bekommt (bei den Haushaltswarenhändlern, in deren Ständen ich tagelang stöbern könnte) werden aus den Teigbahnen Kreise von ca. 8 cm Durchmesser. Natürlich kann man auch ein Glas zu Ausstechen nehmen. Aber dann erinnert man sich nicht an den italienischen Markt …


Diese Teigtaler werden am Rand mit Eiweiß bestrichen, ein Klecks der Hühnerfarce kommt in die Mitte, alles wird eingefaltet und am Rand gut verschlossen – das hält. Ich finde, einfacher und schneller lassen sich Ravioli nicht füllen.
Und sie sehen auch gut aus. Auf Mehl gelagert und abgedeckt, damit sie nicht austrocknen, warten sie, bis das Salzwasser kocht.

Das Wasser sollte gut gesalzen sein (mindestens 15 g Salz auf den Liter). Nach 4-5 Minuten sind die Ravioli gar, haben aber noch etwas Biss.


Während die Ravioli kochen, kann man Butter oder Olivenöl heiss werden lassen und röstet ein paar Salbeiblätter, fein geschnitten, darin. Vielleicht noch ein paar Würfel Chili dazu? Oder statt der Salbeiblätter Petersilie?


Jedenfalls kommen die leicht abgetropften Ravioli vor dem Servieren noch kurz in die Pfanne zur Kräuter- Gewürz- und Fett-Mischung, werden kurz darin gewendet und schließlich mit grob zerstoßenem schwarzen Pfeffer serviert. Wer mag, gibt geriebenen Käse darüber.

Ravioli aus der Dose können ein Leckerbissen sein – jedenfalls, wenn man sie selbst macht.

Gnoc, Gnoc, Gnocchi on heaven’s door …

04.09.2007 vonFranz


Der Titel-Kalauer ist nicht von mir. Ich find ihn aber gut und habe ihn deshalb bei CAFE LYNNYLU abgekupfert. Dort gibt es auch das Roundup zum Koch-Event Hay Hay It’s Donna Day#14-GNOCCHI. Ich war mit meinen Spinat-Ricotta-Gnocchi dabei. Und weil – zum Beispiel bei Lamiacucina – kürzlich viel von Kartoffel-Gnocchi die Rede war, und weil der Sonntagnachmittag so wunderbar war zum Experimentieren in der Küche, und weil alle Zutaten sowieso im Haus waren (man braucht ja wirklich nicht viel), tja, da konnte ich mich nicht zurückhalten und habe auch Kartoffel-Gnocchi gemacht.

In Roberts Artikel und in den Kommentaren dazu gab es viele gute Ideen und Anregungen. Außerdem war ich auf einen vergessenen Beutel voller getrockneter Spitzmorcheln gestoßen, die, in ein sahniges Sößchen verwandelt, meine Gnocchi perfekt begleiten würden – wenn sie denn gelängen …

Als erstes lernte ich aus den Gnocchi-Essays, dass beide Kartoffelsorten, die ich im Haus hatte, völlig ungeeignet wären. Da ich aber gleichzeitig las, man könne die Kartoffeln ja auch im Backofen garen, statt sie zu kochen oder zu dünsten, beschloss ich, auf diese Weise sowohl der mehligen Sorte als auch den Frühkartoffeln ihre Feuchtigkeit weitgehend zu entziehen.
Nach 1 Stunde bei 200 Grad C im Umluftbackofen war ich fast schon zu weit gegangen: die Kartoffeln hatten zwar rund 30% ihres Gewichts (=Feuchtigkeit!) verloren, waren unter der Schale aber schon beinahe gebacken und hatten äußerlich ein leichtes Röstaroma entwickelt.. Nach dem großzügigen Pellen dufteten und schmeckten sie aber tadellos frisch, die Mehligen sogar besonders gut.
Bei beiden Sorten waren 100% Rohware zu 70 % gebackener Kartoffel geworden und geschält waren es noch 50% des ursprünglichen Gewichts.
Beide Sorten wurden sodann getrennt durch die Kartoffelpresse (Spätzlepresse) gedrückt und zum Ausdämpfen etwa 10 min beiseite gestellt.

Zu 350 g Frühkartoffeln kamen dann 40 g griffiges Mehl (italienisches Hartweizen-Pizzamehl), 20 g Eigelb (1 Dotter) und 20g frisch geriebene Rohkartoffel, sehr trocken ausgepresst. Die Rohkartoffel bringt typisch frisches Kartoffelaroma, wie bei Thüringer Klössen halb und halb, das ich besonders gern mag.
Zu meinen 750 g mehligen Kartoffeln kamen 25 g Kartoffelmehl, 50 g vom italienischen Mehl und auch 1 Eidotter.

Beide Mischungen habe ich nacheinander wie Mürbeteig mit den Fingerspitzen vermengt, zu je einer Kugel geformt und im Kühlschrank in Folie eingeschlagen 3 Std. ruhen lassen. Die lange Ruhezeit war eigentlich nicht geplant, eine Stunde sollte genügen.

Absichtlich hatte ich beide Teige nicht gesalzen. Ich vermute, dass das Salzen maßgeblich dazu beiträgt, dass der Teig “ausnässt”. Salz zieht die Feuchtigkeit aus den Kartoffeln. Und wer schon einmal ein Ei schaumig verschlagen hat und dann Salz zugegeben hat weiß, dass das Ei sofort dünnflüssig wird. Mir erschien es sicherer, den Gnocchi das Salz später zuzugeben, am besten durch sehr stark gesalzenes Kochwasser. Wie bei Nudel kann es durchaus die 3 %-ige Meerwasser-Konzentration sein, also 60 g Salz auf 2 Liter Wasser.

Beide Kartoffelteige ließen sich auch nach der langen Ruhezeit mit Hilfe von etwas Mehl auf der Unterlage gut verarbeiten. Die Teige waren zwar sehr weich, besonders der aus den mehligen Kartoffeln, aber es sollten ja auch sehr zarte Gnocchi entstehen.

Kochen ließen sich die zarten Pölsterchen auch sehr gut ohne zu zerfallen. Beim nachträglichen Schwenken in brauner Butter sollte man allerdings sehr behutsam sein. Trotzdem: so zarte, leichte, kartoffelige Gnocchi habe ich vorher noch nie zustande gebracht und auch noch nie serviert bekommen, beide Sorten schmeckten fantastisch.

Die Spitzmorchelsauce aus einer feingewürfelten und in Butter angeschwitzter Schalotte, einer zerdrückten Knoblauchzehe, 30g getrockneten und eingeweichten, später gewaschenen Spitzmorcheln, dem durch Mull gesiebten 500 ml Einweichwasser, einem guten Schuss weißem Portwein, 200 ml Sahne, etwas Salz und Pfeffer war schlicht überwältigend. Diese Sauce über die Gnocchi, ein bisschen Petersilie und frisch gestoßener Pfeffer darüber – perfekt.

Eine hübsche Variante ist auch, die Gnocchi nicht zu kochen, sondern in Butter zu braten. Hier darf man kräftiges Salzen nicht vergessen. Und ein paar Salbeiblätter fein geschnitten mitgebraten sind durchaus zu empfehlen. Und am Ende noch ein Stich frische Butter dazu.

Zu den gebratenen Gnocchi schmeckt mir ein sehr schlotziger Endiviensalat mit Kartoffeln und Joghurtvinaigrette: Endivienblätter fein schneiden, eine fein geschnittene Frühlingszwiebel dazu, ein paar mit der Gabel zerdrückte gekochte Kartoffeln unterheben und mit reichlich flüssiger Vinaigrette aus 1 TL körnigem Dijonsenf, Ahornsirup, italienischem Rotweinessig, etwas Zitronenschale, Olivenöl, Salz, Pfeffer, türkischem Joghurt und etwas Wasser übergießen und gründlich vermengen.

Ach ja, wenn man frisch geriebene rohe Kartoffel in den Teig gibt, färbt er sich leicht grau/grün. Das lässt sich verhindern mit “Knödelweiß”, einem Pülverchen mit wer-weiß-was-drin-ist. Muss auch nicht sein.

Die gekochten Gnocchi werden beim Erkalten fest und lassen sich am nächsten Tag aufwärmen oder braten. Auch Tieffrieren ist möglich. Die gefrorenen Gnocchi kommen dann einfach wieder in heißes Salzwasser bis sie an die Oberfläche steigen.

Wahrscheinlich sind abgelagerte Kartoffeln einfacher zu verarbeiten. Aber auch Gnocchi aus feuchten Sorten gelingen durch das entfeuchtende Backen und das späte Salzen sehr gut. Eigentlich sollte man die Sorte wählen, die am aromatischsten ist und einfach lecker schmeckt: Gnoc, Gnoc, Gnocchi …