‘rinn in die Kartoffeln !
30.06.2010 vonFranz

Eigentlich sind die kleinen, fast überreifen Früchtchen viel zu schön, um sich verstecken zu müssen. Wenn’s aber um Marillenknödel geht, wird mir jeder beipflichten: nix wie ‘rinn in die Kartoffeln!

| ========== | REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Marillenknödel |
| Kategorien: | Dessert, Klöße |
| Menge: | 20 Stück |
Zutaten
| H | KARTOFFELTEIG | ||
| 900 | Gramm | Mehligkochende Kartoffeln | |
| 110 | Gramm | Mehl | |
| 40 | Gramm | Kartoffelstärke (z. B. Mondamin) | |
| 2 | Eigelb | ||
| Salz | |||
| H | FÜLLUNG | ||
| 20 | klein. | Sehr reife Aprikosen | |
| 20 | Stücke | Würfelzucker | |
| Marillenschnaps oder -Likör | |||
| 2 | Essl. | Gehobelte Mandeln | |
| 3 | Essl. | Semmelbrösel | |
| 80 | Gramm | Butter; ca. | |
| H | VANILLESAUCE | ||
| 250 | ml | Milch | |
| 1 | Essl. | Butter | |
| 1 | Vanilleschote | ||
| 40 | ml | Ahornsirup | |
| 2 | Eigelb | ||
Quelle
| Erfasst *RK* 28.06.2010 von | |
| www.einfachkoestlich.com |
Zubereitung
Für die Vanillesauce die Vanilleschote auskratzen. Samen und Schote mit der Butter und dem Ahornsirup in der Milch aufkochen und etwa 1 Std. neben dem Herd ziehen lassen.
Die Kartoffeln schälen, weichkochen (besser: dämpfen), sofort durch eine Kartoffelpresse drücken und gut ausdampfen lassen. Zu den ausgekühlten Kartoffeln Mehl, Kartoffelstärke, Eigelb und eine Prise Salz geben. Das Ganze rasch (!) zu einem festen Teig verkneten.

Den Kartoffelteig in 20 gleich große Stücke teilen. Aprikosen halb aufschneiden, entsteinen und mit einem Stückchen Würfelzucker füllen, etwas Marillenschnaps darüberträufeln mit einem Kartoffelteigstück umhüllen und zu einem Kloß formen. Nur so viel Teig nehmen, dass die Frucht sicher umhüllt ist, der Teig sie aber nur so dünn wie möglich umschließt. Mit beiden Händen rund rollen und abschließend mit einem dünnen Film Kartoffelmehl überziehen. In reichlich Salzwasser bei 90°C sieden lassen. Nach etwa 10 Minuten die Klöße – sie sollten inzwischen an die Wasseroberfläche gestiegen sein – aus dem Wasser nehmen und kurz auf einem Brett abtropfen lassen.
Semmelbrösel und Mandelhobel mit der Butter in einer Pfanne anbräunen. Die abgetropften Knödel darin wälzen und auf der Vanillesauce anrichten.
=====

Und so kommen sie raus aus die Kartoffeln.
Sind sie als Dessert gedacht, sollte man mehr Süße bei der Sauce gegen die herzhafte Säure der Aprikosen stellen. Ein Pärchen bildet dann eine gut bemessene Portion.
Als Hauptgericht belasse man es bei den Rezeptmengen, nicht pappig süß und mächtig, sondern luftig leicht und erfrischend werden sie dann sein. Vier bis fünf Knödel pro Nase werden davon locker weggeputzt.
Damit ist beinahe alles gezeigt und gesagt.
Außer, dass dieser Kartoffelteig natürlich auch für Kartoffelknödel und Gnocchi bestens geeignet ist – samtig zart werden sie und zerfallen im Wasser dennoch nicht, obwohl der Mehlanteil mit etwa 10% sehr gering ist. Zur Sicherheit werden die großen Knödel vor dem Sieden zusätzlich in Kartoffelmehl gehüllt.
Wäre es gewagt zu behaupten, man könne zu jeglicher Kartoffel (auch frühen) greifen, Hauptsache man drückt sie nach dem Dämpfen gleich durch die Presse und lässt sie dann gut ausdampfen? – Den Mut bring ich locker auf. Geringerer Stärkeanteil – z.B. bei festkochenden Sorten – läßt sich durch etwas mehr Kartoffelstärke leicht beimischen. Man kann den Kartoffelschnee sogar am Vortag zubereiten und abgedeckt in der Kühlung lagern.
Das Geheimnis der lockeren Festigkeit liegt – wie bei gutem Mürbeteig – in kurzer, rascher Verarbeitung. Je länger und heftiger man Kartoffelteig knetet, desto flüssiger wird er und verlangt nach immer mehr und noch mehr Mehl zur Bindung. Die Folge sind dann Nocken und Klöße, die überhaupt nicht mehr nach Kartoffeln schmecken und allenfalls noch für die Altbausanierung zu nutzen sind.
Diese Klöße hier haben dagegen eine “Geling-und Genuss–Garantie”.
Werden sie nicht mit Früchten gefüllt, sollte man kräftiger salzen, und auch Pfeffer und Muskat kann dann nicht schaden.
Die Reste werden in Scheiben geschnitten und kross in der Pfanne ausgebraten.
Pikant kann man sie mit Hackfleisch oder Pilzen füllen …

… und überbackt das Ganze mit Piment d’Espelette und herzhaftem Bergkäse unter einem gewürzten Guss aus Rahm oder Schmand. Dann heißen sie
z. B. “Gefüllte Käseknödel”.
Na und?
- 12 Kommentare »
- Posted inAlltagsküche, Dessert, Gästeküche, Vegetarisches












































amThursday, 1. July 2010 um06:28 Uhr
Du sieht sich mich beeindruckt ob so viel knödeliger Kunstfertigkeit!
amThursday, 1. July 2010 um07:49 Uhr
In Österreich essen wir Butterbröseln mit viel Staubzucker zu den Marillenknödel und der Knödel wird meistens aus Topfenteig gemacht. Wie auch immer: deine Knödel sehen toll aus und vielleicht wag ich mich auch einmal daran, sie selbst zu machen …
amFriday, 2. July 2010 um14:55 Uhr
Das sieht ja lecker aus! Meine Oma macht die immer mit Pflaumen. Ich bin irgendwie zu faul dazu, außerdem schmeckts ja bei Oma immer besser
amFriday, 2. July 2010 um20:17 Uhr
Toll! Knödel erst als Hauptspeise, dann als Dessert. Sieht beides sehr lecker aus.
amMonday, 5. July 2010 um22:06 Uhr
Da wüsste ich jetzt gar nicht, wo mit dem Essen anfangen – sieht alles klasse aus!
amSunday, 11. July 2010 um09:50 Uhr
Das ist eine sündige Versuchung, so köstlich wie das aussieht.
amSunday, 11. July 2010 um19:00 Uhr
Die sind ja alle toll! Knödelige Sünden, eine mehr als die andere!
Ich habe noch nie Marillenknödel selbst gemacht und Gnoccis gehen mir bekannterweise immer daneben. Mit Deinem Beitrag schöpfe ich neue Hoffnung!
amTuesday, 13. July 2010 um13:56 Uhr
Sehr interessante Rezept und wirklich sieht köstlich aus. Grüsse…
amFriday, 16. July 2010 um20:27 Uhr
Ich habe so lange nach Knödel-Rezepte gesucht, ich glaube bei dir bin ich genau richtig ! Toller Beitrag und tolle Fotos .
Danke und Liebe Grüße.
amWednesday, 28. July 2010 um21:41 Uhr
Oooooh, Marillenknödel! welch Gaumenfreude!!!! Ich mach sie meist aus Topfenteig – meine Mutter mit Brandteig; mit Kartoffelteig hab ich sie glaub ich noch nie gegessen, auch wenn ich davon weiß
Bei den Marillenknödeln lassen sich die Steine auch gut entfernen, indem man mit dem Stiel eines Kochlöffels oben in den Stielansatz der Aprikosen drückt. Dann wird der Kern (die Kanten sind ja scharf genug) unten rausgedrückt und das offene Stück ist etwas weniger, so daß nicht so viel Saft austreten kann. und dann füllt man einfach ein Stückchen Zucker von oben nach. Klingt komisch, klappt aber gut!
amSunday, 15. August 2010 um09:34 Uhr
[...] sind auch die Marillenknödel mit federleichtem Kartoffelteig (den finde ich übrigens viel besser als Topfenteig, der beim [...]
amSaturday, 16. October 2010 um14:21 Uhr
Ich liebe eure Seite ich bin echt begeistert Leute weiter so